Jahresrückblick 2025 - Geld für freie Software und Services

Jahresrückblick 2025 - Geld für freie Software und Services

Das Jahr 2025 geht zu Ende entgegen. Für mich war es ein Jahr, in dem ich mich noch mehr mit den Themen digitale Unabhängigkeit und freier Software beschäftigt habe, als ohnehin schon. Aber Freiheit erfordert immer Anstrengung, und sei es „nur“ eine finanzielle.

Seit Jahren habe ich immer wieder mal für Open-Source-Projekte und Organisationen aus diesem Bereich gespendet, ohne großen Plan dahinter. Für dieses Jahr wollte ich aber mal für mich eine Übersicht haben, wer wie viel von mir bekommen hat. Mein Verdacht ist, dass die Liste nicht ganz vollständig ist und ich auf die Schnelle nicht alles gefunden habe, die Wege, finanzielle Unterstützung und Anerkennung zu leisten, sind zum Glück zahlreich, aber für diese Liste leider zahlreich. So bin ich mir eigentlich sicher, dass ich dem Pixelfed-Projekt Geld gegeben habe, aber von der Transaktion habe ich keine Spur mehr gefunden.

Das alles habe ich für das Jahr 2025 gefunden. Manche waren einmalige Spenden, manche „im Abonnement“, manche über Paypal, manche über Liberapay, über Ko-Fi oder Banküberweisung - meine liebste Form, da das Geld ohne jeglichen Abzug von Gebühren beim Gegenüber ankommt.

  • 10,00 Euro an Rivva.
    Ich blogge seit über 20 Jahren und bin nach wie vor ein Fan dieses Mediums. Frank Westphal bemüht sich mit Rivva seit vielen Jahren, einen Überblick über die aktuellen Themen der deutschsprachigen Blogwelt zu geben. Und das trotz eines chaotischen Wildwuchses an Metadaten, technisch keine leichte Aufgabe.
  • 60,00 Euro an die internationale Open Knowledge Foundation.
    Das dürfte mit der Wikimedia-Spende eine meiner ältesten Dauerspenden sein. So alt, dass ich schon gar nicht mehr genau weiß, warum ich im Verhältnis so viel Geld gebe. Das wäre ein Kandidat, vielleicht die Spendenhöhe zugunsten eines anderen Projekts zu reduzieren. Andererseits: Die Open Knowledge Foundation (Deutschland) hat so tolle Projekte wie fragdenstaat.de oder den Prototype Fund. Ich muss da nochmal drüber nachdenken.
  • 10,00 Euro für gemeinnützige Wikimedia Fördergesellschaft mbH.
    Ich nutze die Wikipedia so lange und so oft und liebe die Idee dahinter so sehr, dass ich vor vielen Jahren mal einen kleinen Ableger für eine Wissenssammlung rund um meine Heimatstadt ins Leben gerufen habe. Und auch wenn die Wikipedia sicher nicht perfekt ist, ich oft mit der Wikipedia und manchen Menschen dahinter hadere, so hoffe ich doch, mit meiner bescheidenen Spende ein wenig zu Unabhängigkeit der Online-Wissenssammlung beizutragen. Denn Fakten und gesicherte Informationen werden ein immer rareres und kostbareres Gut heutzutage. (Die Spende will ich endlich mal auf den WMDE (Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens) umstellen.)
  • 5,00 Euro an Renan Le Caro für das Spiel Breakout71.
    Der originelle Breakout-Klon hat mir in diesem Jahr viel Freude bereitet.
  • 21,60 Euro (ich vermute, die krumme Summe war so ein Währungsumrechnungs-Ding) an Thunderbird bzw. MZLA Technologies Corporation.
    Es gibt Menschen, die mögen Thunderbird als E-Mail-Programm nicht sonderlich, vor allem seit dem „Supernova“-Upgrade. Ich mag ihn allerdings sehr und freue mich, dass daran sehr aktiv entwickelt wird. Die relativ neue Mobilversion finde ich interessant, nutze sie aber noch nicht. Noch finde ich FairEMail besser (für das ich früher schon gespendet hatte)
  • 15,00 Euro für Fossify.
    Es gab mal eine Sammlung von einfachen Android-Apps für einfache Aufgaben. Bilder-Galerie, Kalender, Musikplayer, etc. Doch dann kaufte eine Firma dieses Simple-Mobile-Tools-Projekt und entwickelte die Apps nicht mehr frei weiter. Mit Fossify gib es aber einen Fork, eine Abspaltung von Simple-Mobile-Tools, die weiter als Open-Source weiterentwickelt wird. Und da ich die erwähnten Bilder-, Kalender- und Player-Apps fleißig nutze, gibt es auch einen Obolus für das Fossify-Projekt.
  • 15,00 Euro für FreshRSS.
    Ich weiß nicht, wie Menschen im Netz ohne einen Feedreader leben können. Ok, für viele ist Internet eh nur noch Instagram und TikTok und Co. Aber wer noch ein bisschen Kontrolle über seinen Medien- und Informationskonsum haben will, kommt an RSS-Feeds nicht vorbei. Ich nutze seit einigen Jahren schon ein selbstgehostetes FreshRSS und bin recht glücklich damit. Ein, wenn nicht der Dreh- und Angelpunkt für mich, was Informationen angeht.
  • 50,00 Euro gingen an Codeberg.
    Nicht, dass ich selbst der große Programmierer bin. Aber selbst ich habe den Code von ein paar kleine Projektchen veröffentlicht. Und zwar nicht auf Github, sondern auf einer freien und nicht an einen Mega-Konzern gebundene Plattform für gemeinschaftliches Programmieren und öffentliches Programmcode.
  • 65,00 Euro für Mullvad VPN.
    Ich war mir nicht sicher, ob ich meinen VPN-Anbieter in die Liste mit aufnehmen soll. Aber das Bemühen um Offenheit, Transparenz und Datenschutz des schwedischen Unternehmens passt gut zum Rest ebenso wie deren anderen freien Produkte wie der Mullvad Browser und die - mittlerweile leider einstellte - Suchmaschinen-Proxy Leta.

Im Gesamten komme ich damit auf eine Summe von 251,60 Euro für das Jahr 2025. Ist das viel? Ist das wenig? Ist diese Verteilung sinnvoll? Ich weiß es nicht. Was ich weiß: Jede noch so kleine Summe ist für Menschen, die sich für freie Software und Informationen einsetzen, gut angelegt.

Vorsatz für das neue Jahr: Vielleicht mal ein wenig mehr Struktur und Überlegung in meine Unterstützung bringen. Und sie für mich besser dokumentieren.

  • Update: 5,00 Euro für MetaGer-Token. Danke an Karl Urban vom AstroGeo-Podcast, dessen Post im Fediverse mich daran erinnert hat, dass ich ja auch 500 Tokens für die deutsche und gemeinnützig betriebene Meta-Suchmaschine MetaGer gekauft habe. Damit wären es also 256,60 Euro.

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Ralf Thees

Ralf Thees

Blogger, Podcaster, Journalist, Webentwickler, Netizen, Mensch