Kategorie-Archiv: Online-Journalismus

Datenjournalismus: Screenshot des Visualisierung der Einbrüche in Unterfranken

Einbrüche in Unterfranken – ein Datenjournalismus-Projekt

Seit Anfang des Jahres 2014 erfasst die Online-Redaktion der Main-Post Einbrüche bzw. -versuche in Unterfranken. Dabei wird versucht, folgende Aspekte aufzuzeigen: Gibt es Brennpunkt bei den Einbrüchen und zu welchen Uhrzeiten schlagen die Diebe besonders gerne zu? Die Recherche der Einbrüche erwies sich als schwierig.   Zum Hintergrund und den Schwierigkeiten des Datenjournalismus-Projekts habe ich einen Blogbeitrag geschrieben.

1-IMG_8535

Ich beim Blindenfußball

Vor fast zwei Wochen hatte ich mal einen schönen Job für die Main-Post zu erledigen — einmal für ein kurzes Video beim Blindenfußball-Training des Würzburger Teams  mitzumachen und auch mit Enrico Göbel, dem Torwart der Blindenfußball-Nationalmannschaft sprechen.

Im Jahr 2010 war ich schon mal eine einem der — leider eher seltenen — Heimspiele der Würzburger dabei. Tolle Stimmung.

Und jetzt durfte ich selbst mal ran — mit absolute blickdichter Augenmaske.
Schon das Grundlagentraining hat mich völlig fertig gemacht. Hören, wo der Ball ist. Den Ball dann mit dem Fuß finden. Zu jemandem abspielen, den man nur hört. Den Ball vor jemanden verteidigen, den man nur hört und fühlt. Von taktischem Spiel will ich mal gar nicht reden. Meine Schweißflecken kamen nicht kaum von der körperlichen Anstrengung, sondern vor allem von der Kopfarbeit, die ich leisten musste.

 

1-20130322_120323

Was vor zwei Jahren pro Minute im Internet passierte

Chiphersteller Intel hat jetzt, 13. März 2013, auf seinem Blog eine Grafik veröffentlicht, die zeigt, was in einer Minute im Internet so passiert. Im Text und Bild klingt das alles so, als wären die Zahlen relativ aktuell. CHIP Online, die Huffington Post, die Washington Post oder Der Standard haben sich sofort auf die Geschichte gestürzt — leider ohne weitere Recherche.

Denn ich wurde gleich beim Betrachten der Infofgrafik stutzig: Bei YouTube werden pro Minute 30 Stunden Videomaterial hochgeladen? Die Zahl kam mir deshalb so bekannt vor, weil ich sie in einem Workshop verwendet habe — einschließlich der gesamten Grafik. Und das ist etwa zwei Jahre her?

Und tatsächlich: Die offizielle Zahl von YouTube ist mittlerweile auf 72 Stunden/Minute gestiegen, auf einem Diagramm im Youtube-Blog kann man abschätzen, dass die 30 Stunden etwa Mitte 2011 erreicht worden sein dürften. Und auch die 639 800 Gigabyte an weltweitem IP-Traffic dürften nach einer Cisco-Statistik ebenfalls im Jahr 2011 ungefähr geflossen sein.

Wenn man weiter recherchiert, findet man genau diese Grafik bei Flickr — von Intel im Dezember 2011 hochgeladen.

Eine Schande für Intel, diese Grafik nochmal als aktuell zu verkaufen. Und eine Schande für alle Medien, das mal ungeprüft zu übernehmen.
Internet Minute Infographic

Nach Sekunden brennen die Augen: Ein Konferenzraum voll mit leuchtenden Google-Symbolen

Datenjournalismus und die bunte Google-Welt in Hamburg

Datenjournalismus — zumindest in Deutschland eine relativ neue Form des Journalismus und auf jeden Fall immer gefragter. Mit Daten Geschichten erzählen, ist eine Kunst für sich. Man muss sich oft durch trockene Zahlenwüsten kämpfen, muss Computerprogramme schreiben, um an die Daten zu kommen und sie in eine brauchbare Form zu biegen. Die Daten müssen journalistisch überprüft werden, der Datenjournalist sollte sich mit Datenformaten auskennen und im Idealfall sie auch noch ästhetisch und benutzbar visualisieren können. Ein unter Umständen komplexer, aber unter Umständen sehr interessanter Beruf.

Um unser Wissen in Sachen Datenjournalismus zu verbessern, waren mein Kollege von der Main-Post und ich  in der letzten Woche an der Akademie für Publizistik in Hamburg beim Seminar “Datenjournalismus II”. Dozenten waren Michael Kreil und Lorenz Matzat, beide von OpenDataCity und beide Mitgewinner des Grimme Online Awards 2011 für ihre datenjournalistische Arbeit zur Vorratsdatenspeicherung für Zeit Online anhand der Handy-Positionsdaten des Grünen-Politikers Malte Spitz. Die Jungs wissen also wirklich, was sie tun! 🙂

Zwei Tage lang durften wir im Seminar an einem konkreten Fallbeispiel arbeiten. Wir wollten die Messdaten der Pegel aller Flüsse in Deutschland automatisch auslesen und diese auf einer Karte visualisieren. Dazu gab es Übungen zur Datenrecherche,  im Säubern von Daten mit Excel bzw. LibreOffice oder im Texteditor per regulären Ausdrücken, Einführung in das ScraperWiki und ich habe zum ersten Mal etwas von den sehr lästigen Gauß-Krüger-Koordinaten gehört, mit denen die Pegel auf der Originalkarte leider geocodiert wurden.

Ich muss leider gestehen, dass ich — mit zehn Jahren Webentwicklung und -design auf dem Buckel — nicht sonderlich gefordert wurde. Am meisten noch mit der Tastaturbelegung am MacBook! 😉

Überhaupt habe ich die Dozenten nicht beneidet. Die Vorkenntnisse der Teilnehmer waren sehr unterschiedlich und die Erwartungen recht verschieden, die alle unter einen Hut zu bekommen war nicht einfach. Der Teil der Entwicklung der Visualisierung der Daten — ein Punkt, der mich sehr interessiert hätte — wurde leider nur kurz und nebenbei behandelt, Michael Kreil programmierte sehr schnell den Prototypen einer Anwendung mit Leaflet.

Ulrike Koeppen, eine Kollegin vom BR, hat mit mir am Seminar teilgenommen und ein kleines Storify aufgesetzt.

Datenjournalismus-Treffen und die Innenarchitektur Googles

Schön war es auch Abseits des Seminars. Am Montagabend fand ein Datenjournalismus-Treffen in Hamburg statt — in den Räumen von Google.

Schon das Treffen war interessant, coole Anwendungen wurden gezeigt, die Links stehen im Etherpad der Veranstaltung. Aber wenn man schon mal bei Google im Haus ist, darf eine Führung durch die Firmenräume nicht fehlen. Denn in Hinsicht auf die Inneneinrichtung ist ein Blick in die Büroräume schon ein Erlebnis.

Pressesprecher Stefan Keuchel von Google Deutschland wurde nicht müde zu erwähnen, dass hier auch wirklich hart gearbeitet wird, eine Tatsache, die man bei der bunten und verspielten Einrichtung vieler Gänge und Räume schon mal vergessen kann. 🙂 Ich habe eine paar Schnappschüsse von der Führung gemacht, was auf den Fotos nicht zu sehen ist: dort gibt es auch viele Räume mit Großraumbüros, die einfach wie Großraumbüros aussehen. 😉

1-hc_042

Erzählen mit Storify: Der Superstreiktag im Netz

Für den Superstreiktag am 7. September 2012 habe ich mich mal im Netz — genauer gesagt bei Twitter und Facebook — umgeschaut. Um die Fundstücke bei mainpost.de gut abzubilden, habe ich das Online-Kuratierungs-Werkzeug Storify genutzt. Einfach die Tweets und Facebook-Einträge in die Story ziehen, sortieren und kategorisieren, den Embed-Code in das CMS kopieren und fertig ist die kleine, in dem Fall eher unterhaltsame, Geschichte.

Storify hat nach all den Jahren — 2010 gegründet und seit April 2011 öffentlich nutzbar — nach wie vor Kinderkrankheiten. Das Einbinden von Webseiten über die URL-Suche klappt nicht immer oder die eingebettete Geschichte wird nach Änderungen nicht immer (zeitnah) aktualisiert. Aber trotzdem ist Storify ein recht schneller und einfacher Weg, um Geschichten mit Hilfe von Inhalten aus dem Internet zu erzählen — Quellenangaben inklusive.

Ein Haken: Storify ist ein externes Tool. Wenn Storify aus welchen Gründen auch immer den Betrieb einstellt, sind auch meine Geschichten weg. Großer Haken, der nicht unterschätzt werden sollte. Und natürlich ist — wie in diesen Tagen wohl fast alles im Internet — die rechtliche Lage dieser Art von Zitierung im Netz nicht ganz klar.

Aber hier ist die Geschichte über den Superstreiktag der Lufthansa im Netz:

Erzählen mit Storify: Der Superstreiktag im Netz weiterlesen